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Rubens kehrt zurÜck

150 Bilder der flämischen Barockmalerei werden in der Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlung in der Ottheinrichstadt gezeigt.

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen verfügen über die größte Sammlung der Schule der flämischen Barockmalerei. 170 Meisterwerke sind in der Alten Pinakothek ausgestellt, die mit der weltberühmten Rubens-Sammlung einen Schwerpunkt der Galerie bilden. Der außerordentliche Reichtum ist vor allem zwei leidenschaftlichen Sammlern aus dem Hause Wittelsbach vom Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts zu verdanken: Kurfürst Max Emmanuel von Bayern in München und Kurfürst Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, der auch in Düsseldorf residierte.

Bei Rubens bestellt

Bereits dessen Großvater Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg hatte Altarbilder für die Hofkirche in Neuburg bei Peter Paul Rubens direkt bestellt: Das „Große Jüngste Gericht“ für den Hauptaltar, sowie für die Seitenaltäre „Anbetung der Hirten“ und „Ausgießung des Heiligen Geistes“. Während das „Große Jüngste Gericht“ stets zum festen Bestand der Alten Pinakothek gehörte, blieben die Seitenaltarbilder seit dem Zweiten Weltkrieg der Öffentlichkeit weitgehend im Depot verborgen – ebenso wie viele der Werke anderer flämischer Meister.

Eigenständische Stile

Die beiden anderen – neben Rubens – herausragenden Antwerpener Maler waren Anthonis van Dyck und Jacob Jordaens. Beide arbeiteten in jungen Jahren in Rubens´ Werkstatt, entwickelten dann aber einen eigenen, unverwechselbaren Stil, der in repräsentativen Beispielen von Historienbildern und Portraits sichtbar wird.

In Antwerpen wurden sämtliche Gattungen der Malerei gepflegt: Historie, Portrait, Landschaft, Stilleben, Jagdstücke und Genre. Sie alle kommen in wichtigen Beispielen von den jeweils besten Vertretern ihres Faches zur Geltung. Genannt seien nur Hendrik van Belen, Jan Cossiers, Frank Francken der Jüngere, Frans Snyders, David Teniers, Paul de Vos oder Jan Wildens.

Heute noch außerordentlich beliebt ist Jan Brueghel der Ältere, Sohn des „Bauernbrueghel“, von dem kleine, aber kostbare Kupfertafeln mit unübertrefflichen Landschaften zur Auswahl gehören, ebenso wie seine großartige Jahreszeitenallegorie von 1616.

Lütticher Schule

Gegenüber diesen in Antwerpen und weitgehend im Umkreis von Rubens entstandenen Bildern steht eine Gruppe französisch beeinflusster Werke der Lütticher Schule, von der die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen die größte Sammlung überhaupt besitzen. Herausragende großformatige Bilder, vor allem des führenden Malers Gérard Douffet, werden seit Jahrzehnten erstmals wieder öffentlich zugänglich gemacht, darunter sein 1627 datiertes Hauptwerk „Papst Nikolaus V. am Grab des Heiligen Franz von Assisi“ und “Kaiserin Helena lässt das Kreuz erhöhen“ aus dem Jahr 1624.

Zum Großteil restauriert

Etwa ein Drittel der für Neuburg getroffenen Auswahl gehörte vor dem Krieg zur ständigen Präsentation der Alten Pinakothek, andere befanden sich in Filialgalerien.

Eintritt

Erwachsene: 5 Euro
Kinder bis 18: frei
Ermäßigt: 4 Euro

Führungen

Führungen kosten 45 Euro plus Eintritt (bis zu 30 Personen)
Führungen können in der Tourist-Info gebucht werden.

Öffnungszeiten

01. April bis 30. September | DI-SO | 09.00 – 18.00
01. Oktober bis 31. März | DI-SO | 10.00 – 16.00

Anschrift

Residenzstr. 2
86622 Neuburg an der Donau

Fotos : Bayerische Staatsgemäldesammlungen

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